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Qualitätskriterien für die Beschäftigung von Haushalts- und Betreuungskräften

Geregeltes und faires Arbeitsverhältnis

Die Caritasverbände sind weder Arbeitgeber noch Entsender von Haushalts- und Betreuungskräften. Sie vermitteln lediglich den Kontakt zwischen ihnen und den Menschen mit Unterstützungsbedarf und begleiten die Einsätze durch Koordinatorinnen bzw. Koordinatoren. Arbeitgeber ist die zu betreuende Person beziehungsweise ihre Angehörigen. Im Rahmen des Arbeitsverhältnisses auf Grundlage eines verbindlichen Arbeitsvertrages sind die Haushalts- und Betreuungskräfte sozialversichert, außerdem werden sie unfallversichert.

Mit CariFair engagieren sich die beteiligten Verbände für faire Arbeitsbedingungen. Die durchschnittliche Arbeitszeit liegt bei 38,5 Stunden in der Woche. Die Haushalts- und Betreuungskräfte haben Anspruch auf mindestens einen freien Tag in der Woche und regelmäßige Pausen. Hier finden Sie einen beispielhaften Einsatzplan für eine Woche. Der Anspruch auf bezahlten Urlaub liegt bei einer 6-Tage-Woche bei 36 Tagen im Jahr bzw. 3 Tagen im Monat. 

Für Betreuungszeiten, die nicht von der Haushalts- und Betreuungskraft abgedeckt werden, werden individuelle Regelungen getroffen, etwa der Besuch des Pflegebedürftigen in einer Tagespflege- oder Kurzzeitpflegeeinrichtung, die Übernahme der Begleitung durch Angehörige, der Einsatz einer zweiten Kraft oder die Nutzung anderer niedrigschwelliger Angebote. Auch der Einsatz eines Hausnotrufs wird empfohlen.

Der Dauer der Beschäftigung einer Betreuungskraft aus Polen sind auf Grund der Freizügigkeit in der Europäischen Union keine zeitlichen Grenzen gesetzt. Eine Arbeitserlaubnis ist ebenfalls nicht erforderlich. Es können auch Personen aus anderen EU-Ländern beschäftigt werden, wenn eine Arbeitserlaubnis sichergestellt ist.


Angemessene Bedingungen im Haushalt

Die Haushalts- und Betreuungskräfte leben in der Regel im Haushalt der zu betreuenden Person. Sie haben Anspruch auf ein eigenes, abschließbares Zimmer. Sie erhalten die Möglichkeit, ungestört zu telefonieren und möglichst auch das Internet zu nutzen, um Kontakt zu ihren Familien halten zu können.

Unterkunft und Verpflegung werden unentgeltlich zur Verfügung gestellt und sind als geldwerter Vorteil mit dem Gehalt zu versteuern.


Verlässliche Ansprechpartner für Beschäftigte und Familien

Die Koordinatorinnen und Koordinatoren in Polen unterstützen interessierte Männer und Frauen bei der Suche nach einer Tätigkeit in Deutschland und sind auch zwischen den verschiedenen Einsätzen wichtige Ansprechpartner für die Beschäftigten. Die Tätigkeit der polnischen Koordinatorinnen und Koordinatoren wird von den Orts-Caritasverbänden in Deutschland finanziell bezuschusst.

Die einzelnen Arbeitsverhältnisse werden durch die deutschen Koordinatorinnen und Koordinatoren begleitet. Sie sprechen in der Regel Deutsch und Polnisch und sind zentrale Anlaufstelle, sowohl für die Pflegebedürftigen und ihre Familien als auch für die Haushalts- und Betreuungskräfte. Die Begleitung durch die Koordinatorin bzw. den Koordinator erfordert im ersten Monat einen vergleichsweise hohen Zeitaufwand, um das Arbeitsverhältnis zu organisieren und die pflegebedürftige Person und die Betreuungskraft angemessen zu unterstützen. Danach hält die Koordinatorin bzw. der Koordinator regelmäßig Kontakt zu beiden, um eine gute Betreuung zu sichern. Der Einsatz der Koordinatorinnen und Koordinatoren wird durch eine Begleitpauschale vergütet.


Verbindliche Regelung der Aufgaben einer Haushalts- und Betreuungskraft

Eine Haushalts- und Betreuungskraft übernimmt folgenden Tätigkeiten: Sie hilft der pflegebedürftigen Person im Haushalt, beim Einkaufen, bei der Zubereitung der Mahlzeiten, bei der Wäscheversorgung und bei der Reinigung der Wohnung. Sie unterstützt sie durch einfache pflegerische Alltagshilfen, etwa beim An- und Auskleiden, beim Aufstehen und Zu-Bett-Gehen, beim Toilettengang, beim Waschen und Duschen oder bei der Mund- und Zahnpflege. Sie begleitet außerdem bei Aktivitäten innerhalb und außerhalb ihrer Wohnung. Die Koordinatorin bzw. der Koordinator klärt mit der Familie den tatsächlichen Unterstützungsbedarf und die notwendigen Einsatzzeiten der Betreuungskraft.

Garten- oder Renovierungsarbeiten oder auch Haushaltsdienste für weitere Familienangehörige gehören nicht zu den Aufgaben einer Betreuungskraft.


Sichere pflegerische Versorgung

Die Qualität der pflegerischen Versorgung wird durch eine verbindliche Zusammenarbeit mit der Sozialstation gesichert. Eine Pflegefachkraft kann so regelmäßig beurteilen, ob und welche fachpflegerischen Maßnahmen erforderlich sind.